Die Europa-Union Freiburg fordert die Wiederaufnahme der Planungen für das deutsch-französische
Bahnprojekt
Freiburg, [14.09.2026] – Die Europa-Union Freiburg schließt sich ausdrücklich der Kritik
elsässischer Politikerinnen und Politiker an der Entscheidung an, die geplante Bahnverbindung zwischen Freiburg und Colmar vorerst nicht weiterzuverfolgen. „Dass ausgerechnet ein im Aachener
Vertrag ausdrücklich als prioritäres deutsch-französisches Projekt benanntes Vorhaben an Kosten und politischen Prioritäten zu scheitern droht, ist ein fatales Signal“, erklärt die
Europa-Union Freiburg.
Die geplante Verbindung über Breisach ist weit mehr als ein regionales Infrastrukturprojekt. Sie steht exemplarisch
dafür, ob Deutschland und Frankreich es ernst meinen mit einem Europa, in dem Grenzen überwunden und Regionen enger miteinander verbunden werden. Der Aachener Vertrag von 2019 nennt die Verbesserung
grenzüberschreitender Bahnverbindungen ausdrücklich als gemeinsames Vorhaben und führt die Verbindung Colmar–Freiburg als konkretes Beispiel auf.
„Es kann nicht sein, dass Deutschland und Frankreich einen solchen Vertrag unterschreiben, ein konkretes
Projekt als Symbol der deutsch-französischen Freundschaft benennen, jahrelang planen – und sich dann zurückziehen, wenn es politisch und finanziell schwierig wird. Gerade dann muss sich
zeigen, dass europäische Ideen konsequent weiterverfolgt werden“, so Gregor Kroschel, Kreisvorsitzender der Europa-Union Freiburg.
Dabei ist das Projekt keineswegs eine Vision ohne belastbare Grundlage. Eine deutsch-französische
Machbarkeitsuntersuchung bescheinigte der Verbindung bereits 2019 ein erhebliches Fahrgastpotenzial. Die damaligen Untersuchungen gingen von mehreren tausend Fahrgästen täglich aus. Das Projekt wurde
anschließend weiter geplant und sowohl von deutscher als auch französischer Seite finanziell unterstützt. Auch die Europäische Union beteiligte sich über das Interreg-Programm an den Planungen.
Umso unverständlicher ist aus Sicht der Europa-Union, wenn das Projekt nun allein unter dem Gesichtspunkt
kurzfristiger Kosten betrachtet wird. „Europa darf nicht immer dann aufhören, wenn es teuer oder kompliziert wird. Grenzüberschreitende Infrastruktur ist eine Investition in die
Zukunft der Grenzregion, in Klimaschutz, Mobilität, wirtschaftliche Entwicklung und vor allem in die europäische Integration“, so Kroschel.
Die Europa-Union Freiburg fordert deshalb, dass die Bundesregierung in Berlin die politische Verantwortung für das
Projekt übernimmt und gemeinsam mit Baden-Württemberg, der Région Grand Est und den weiteren beteiligten Gebietskörperschaften einen Weg zur Wiederaufnahme der Planungen entwickelt.
Besonders wichtig ist dabei ein gemeinsames politisches Signal der Bundesregierung und der französischen Regierung.
„Wenn die Regierungen beider Länder an dem Projekt festhalten, darf es nicht an der nächsten Finanzierungshürde scheitern“, betont die Europa-Union. Noch im Juni 2026 hatten Bundesverkehrsminister
Patrick Schnieder und sein französischer Amtskollege Philippe Tabarot bei einer Anhörung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung die im Aachener Vertrag vereinbarte
Wiederinbetriebnahme grundsätzlich bekräftigt.
Die Europa-Union Freiburg
appelliert daher an Berlin und Paris:
Setzen Sie den Aachener Vertrag um. Machen Sie aus dem politischen Bekenntnis wieder ein konkretes Projekt.
Und lassen Sie nicht zu, dass eine Grenze, die Europa längst überwinden wollte, ausgerechnet im Schienenverkehr bestehen bleibt.
Die Verbindung Freiburg–Colmar wäre ein sichtbares und konkretes Zeichen dafür, dass die deutsch-französische
Freundschaft nicht nur in Verträgen und Sonntagsreden existiert, sondern im Alltag der Menschen ankommt.
Wer Europa stärken will, muss Europa vor Ort erfahrbar machen. Ein Zug von Freiburg nach Colmar wäre dafür
ein besserer Beweis als viele politische Erklärungen.
Freiburg den 15.09.2026
Am 9. Mai 2026 wurde auf dem Kartoffelmarkt in Freiburg der diesjährige Europatag gefeiert. Die Europa-Union Freiburg lud gemeinsam mit dem Centre Culturel Français Freiburg und der Stadt Freiburg
zu einem vielfältigen Programm rund um Europa, seine Werte und seine aktuellen Herausforderungen ein.
Im Mittelpunkt standen die europäische Idee und die Frage, wie ein geeintes Europa angesichts einer Welt im Wandel weitergedacht und gestaltet werden kann. Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten
und der zunehmende Einfluss nationalistischer Bewegungen stellen die Europäische Union vor große Herausforderungen. Umso wichtiger war es, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu informieren und
gemeinsam über die Zukunft Europas nachzudenken.
Unter dem europäischen Motto „In Vielfalt geeint“ erwartete die Besucherinnen und Besucher von 10 bis 15 Uhr ein abwechslungsreiches Programm. Der Europatag bot Gelegenheit, sich
über Europa und die Arbeit der Europa-Union zu informieren, mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch zu kommen und die europäische Idee unmittelbar zu erleben.
Preisverleihung des Europäischen Wettbewerbs
Ein besonderer Höhepunkt des Europatags war die Preisverleihung des Europäischen Wettbewerbs. Dabei wurden Freiburger Schülerinnen und Schüler für ihre kreativen Beiträge und ihr
Engagement für Europa ausgezeichnet.
Die jungen Preisträgerinnen und Preisträger setzten sich auf vielfältige Weise mit europäischen Themen auseinander und zeigten, wie lebendig und kreativ die Auseinandersetzung mit Europa sein
kann. Die Auszeichnungen würdigten damit nicht nur die einzelnen Beiträge, sondern auch das Engagement der Schülerinnen und Schüler für ein gemeinsames Europa.
Im Rahmen der Vergabe der Ortspreise konnten sich die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler zudem über Freikarten für den Europa-Park freuen. Wir bedanken uns herzlich beim Europa-Park
für die großzügige Bereitstellung der Freikarten und die Unterstützung der Preisverleihung.
Allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratulieren wir ganz herzlich zu ihrem Erfolg und bedanken uns bei den Schülerinnen und Schülern sowie den beteiligten Lehrkräften für ihr Engagement.
Europa gemeinsam gestalten
Der Europatag in Freiburg machte einmal mehr deutlich, dass Europa vom Austausch, von Vielfalt und vom gemeinsamen Engagement lebt. Gerade angesichts der aktuellen politischen und
gesellschaftlichen Herausforderungen ist es wichtig, die europäische Idee sichtbar zu machen und den Dialog über die Zukunft Europas zu fördern.
Die Europa-Union Freiburg bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern, Mitwirkenden, Partnern und Unterstützerinnen und Unterstützern, die zum Gelingen des Europatags beigetragen haben.
„In Vielfalt geeint“ – der Europatag hat gezeigt, dass Europa vor allem dann lebendig bleibt, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Verantwortung für seine Zukunft
übernehmen.
Freiburg, 09.05.2026
Zwei langjährige Aktive der überparteilichen und unabhängigen Europa-Union Freiburg erhalten Ehrung für ihre besonderen Verdienste
Die ehemalige Kreisvorsitzende Carolin Dunkelberg und der Schatzmeister Reiner Wichels bekamen für ihre herausragenden und langjährigen Verdienste die
Europa-Union-Nadel in Silber überreicht. Der Kreisverband Freiburg ist damit besonders stolz, dass gleich zwei langjährige Mitglieder bei der Landesversammlung der Europa-Union Baden-Württemberg am
27. Juli 2025 in Freudenstadt für ihr beispielhaftes Engagement geehrt wurden (Foto anbei).
Carolin Dunkelberg war von 2007 bis 2014 ehrenamtliche Vorsitzende des Kreisverbands Freiburg. Sie reaktivierte diesen mit großem Enthusiasmus nach Jahren der Inaktivität. Auch als
alleinerziehende Mutter von drei Kindern stand sie dem Kreisverband bis Januar 2025 in anderen Funktionen stets unterstützend zur Seite. Darüber hinaus war Frau Dunkelberg langjähriges Mitglied des
Landesvorstandes, Delegierte der Landesversammlung und des Bundeskongresses.
Reiner Wichels ist seit 2009 ehrenamtlicher Schatzmeister des Kreisverbandes und erfüllt diese unverzichtbare Aufgabe nicht nur mit hohem persönlichen Einsatz, sondern stets auch mit Herz und
Hand für die europäische Idee. An Informationsständen, bei Veranstaltungen und bei vielen weiteren wichtigen Aufgaben im Hintergrund kann die Europa-Union Freiburg stets auf ihren Schatzmeister
zählen. Daneben ist Reiner Wichels seit vielen Jahren Kassenprüfer des Landesverbandes, Delegierter der Landesversammlung und des Bundeskongresses.
Europa braucht Menschen, die sich in besonderer Weise engagieren, ob im Vordergrund oder hinter den Kulissen, damit die Idee der europäischen Integration, von Freiheit und Frieden in Europa,
jenseits der professionellen Politik und über alle Parteigrenzen hinweg von Bürgern für Bürger verständlich und zugänglich gemacht wird.
Die Europa-Union ist die größte überparteiliche Vereinigung. Sie ist Teil des europäischen Verbundes der Union Europäischer Föderalisten (UEF). Seit 1948 ist der Verein auch in Freiburg aktiv
und setzt sich für einen europäischen Bundesstaat ein, der gemeinsamen Interessen der Bürgerinnen und Bürger Europas und ihrer Mitgliedstaaten nach innen und außen vertritt. Diese Ziele sind nur mit
engagierten Mitgliedern zu erreichen.
Seit Januar 2025 hat die Europa-Union Freiburg einen neu gewählten Vorstand. Der neue Vorsitzende Gregor Kroschel bedankt sich bei Carolin Dunkelberg und Reiner Wichels, der
auch dem neuen Vorstand wieder als Schatzmeister angehört, für ihr herausragendes und erfolgreiches Engagement. „Die Arbeit verdienter Mitglieder ist beispielgebend und auch in Zukunft mehr als
notwendig, um den Menschen die europäische Idee gerade in Zeiten der Krisen nahezubringen“, so Kroschel.
Freiburg den 03.08.2025